Emil S. – Geschehnisse

An der Garderobe eines Kasinos steht ein bejahrtes Pärchen in der Warteschlange, ihre Mäntel im abgewinkelten Arm abgelegt, präpariert also, um sie den überbeanspruchten und immer hektisch hin und her rennenden Garderobenfrauen über die Theke zu reichen. Da erkundigt sich die frisch – vermutlich eigens für die Unternehmung, dieses Kasino aufzusuchen – Blondierte bei ihrem Gatten, etwas berechtigt mit der Wortfolge: „Kommen wir gerade oder gehen wir?“

Einen Stock darüber, im hauseigenen Restaurant, in dem man nicht selten die aufwendig hergerichteten Tafelspitze und Gemüsewoks, die Spezialitäten-Biere und funkelnden Sektgläser mit Pokerchips vergütet, wird später eine andere Dame dem überaus eifrigen und sich eigenartig in seinen kantigen Bewegungen militärisch gebenden Kellner die Frage stellen: „Kann ich bitte einen Beilagensalat haben?“ Da entfährt diesem sogleich: „Wohin?“ Sein Gesicht wirkt nun als hätte er versehentlich einen Schuss aus dem Gewehr abgefeuert und seinem Offizier damit einen fatalen Streifschuss zugefügt.

30. Januar 2018


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